🌋 Island mit Kindern – 7 Tage Reykjavik, Golden Circle & Nordlichter Erfahrungen
Reykjavik mit Kindern im Winter – das klingt nach Abenteuerspielplatz und Naturwunder zugleich. Geysire, die alle paar Minuten in den Himmel schießen, Nordlichter, die den Himmel in Bewegung bringen, gefrorene Wasserfälle, Eishöhlen und eine Landschaft, die wirkt, als wäre sie nicht ganz von dieser Welt. Island ist kein klassisches Reiseziel. Es ist ein Erlebnis.
Und trotzdem war unsere Reise keine klassische Rundreise.
Wir haben uns bewusst für eine andere Art entschieden: eine Woche Reykjavik als Basis – kombiniert mit Tagesausflügen in die spektakulärsten Regionen Islands. Kein ständiges Kofferpacken, keine langen Strecken mit dem Mietwagen, sondern eine Mischung aus Stadt, Natur und entspanntem Familienrhythmus.
Doch bevor dieses Abenteuer überhaupt beginnen konnte, wurde es spannend.
Noch vor dem Abflug waren plötzlich alle drei Kinder gleichzeitig krank. Eine Situation, die wir so noch nie erlebt hatten. Dazu kam eine Flugverspätung von über zehn Stunden – und die ganz reale Frage: Schaffen wir diese Reise überhaupt? In diesem Moment wurde uns auch bewusst, wie wichtig Themen wie Reiserücktrittsversicherung und flexible Planung sind – ein Punkt, auf den wir später noch genauer eingehen.
Am Ende hatten wir Glück. Und vielleicht war genau das der Moment, in dem diese Reise begonnen hat.
In den folgenden Tagen haben wir Island auf eine Art erlebt, die perfekt zu uns als Familie gepasst hat: Wir haben Reykjavik erkundet, sind auf den Golden Circle gefahren, haben Geysire aus nächster Nähe erlebt, standen im eisigen Wind vor dem Gullfoss-Wasserfall, sind durch eine Eishöhle gelaufen – und haben am Ende tatsächlich die Nordlichter gesehen.
Dieser Artikel ist kein klassischer Reiseführer. Er ist unsere persönliche Erfahrung aus 7 Tagen Island mit Kindern – ehrlich, direkt und mit vielen kleinen Details, die man vorher oft nicht auf dem Schirm hat.
Was diese Reise für uns so besonders gemacht hat, war der Kontrast: die raue, fast unwirkliche Natur draußen – und gleichzeitig diese ruhigen, fast entschleunigten Momente in Reykjavik. Zwischen eisigem Wind, warmen Suppen, kleinen Cafés und diesem Gefühl, ganz weit weg zu sein.
Unser Island-Moment: Es war nicht nur der Anblick der Nordlichter. Es war der Moment draußen in der Dunkelheit, irgendwo fernab der Stadt. Kälte, Wind, völlige Ruhe – und plötzlich beginnt der Himmel sich zu bewegen. Dieses grüne Leuchten, das sich langsam über uns zieht, während alles still wird. In diesem Augenblick haben wir gespürt, was Island wirklich ausmacht.
Hinweis:
Dieser Reisebericht basiert auf unseren persönlichen Erfahrungen. Einige Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du darüber buchst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
🧭 Auf dieser Seite
🌋 Island auf einen Blick
- 📍 Lage: Nordeuropa, Insel im Nordatlantik – zwischen Grönland und Norwegen, geprägt von Vulkanen, Gletschern und rauer Natur
- 🗓 Ideale Reisedauer: 5–10 Tage (perfekt: 1 Woche mit Reykjavik als Base + Tagesausflüge wie Golden Circle, Südküste oder Nordlichter-Tour)
- 🌸 Beste Reisezeit: Winter (November–März) für Nordlichter & Schnee / Sommer (Juni–August) für Roadtrips & Walbeobachtungen
- 🧭 Reiseform: Städtereise mit festen Standort in Reykjavik + geführte Tagesausflüge – ideal ohne Mietwagen und perfekt mit Kindern
- 🤖 Für wen geeignet: Familien, die Natur, Abenteuer und außergewöhnliche Landschaften erleben wollen – weniger klassische Sehenswürdigkeiten, mehr „Wow-Momente“
- 👟 Gesamte Schritte: ca. 12.000–18.000 pro Tag (viel draußen, viel Bewegung – aber gut machbar mit Pausen)
- 🚄 Fortbewegung: Öffentliche Busse in Reykjavik + organisierte Touren für Golden Circle, Südküste & Nordlichter (sehr entspannt ohne selbst zu fahren)
- 🎯 Fokus: Geysire, Wasserfälle, Vulkane, Gletscher, Nordlichter & die besondere Atmosphäre Islands
- 🛏️ Beste Gegend zum Übernachten: Reykjavik Zentrum oder Hafennähe – perfekte Ausgangslage für Restaurants, Busse & Tour-Abfahrten
- 💶 Kosten-Level: €€€–€€€€ (eines der teuersten Reiseziele Europas – besonders Essen & Aktivitäten)
- 📸 Fotospots: Gullfoss Wasserfall, Strokkur Geysir, Kerið Krater, Hallgrímskirkja, Sun Voyager & Nordlichter
- 🎢 Highlights für Kinder: Geysire, Eishöhlen, Lava-Landschaften, Islandpferde & Nordlichter
- 🔒 Sicherheit (Kurz-Eindruck): Sehr sicher, ruhig und entspannt – Naturgewalten erfordern aber Aufmerksamkeit (Wind, Wetter, Eis)
- 👨👩👧👦 Geeignet für Familien: ⭐⭐⭐⭐⭐
🌋 Unsere Highlights in Island – unsere Must-Sees & Erlebnisse
🏙️ Reykjavik & Stadtleben:
Hallgrímskirkja mit Aussichtsturm • Harpa Konzerthaus • Sun Voyager am Wasser • Púfa-Hügel im Hafen • Bæjarins Beztu Pylsur mit den besten Hot Dogs der Reise
🌋 Natur & große Tagesausflüge:
Golden Circle mit Þingvellir, Strokkur, Gullfoss und Kerið-Krater • Südküsten-Tour mit Eishöhle, Reynisfjara, Skógafoss und Seljalandsfoss • raues Winterlicht, Lavafelder und gewaltige Landschaften
🧊 Museen & besondere Erlebnisse:
Perlan mit Vulkan-Show, Eishöhle und Nordlichter-Show • Whales of Iceland • Saga Museum mit Audioguide auf Deutsch • Nationalmuseum Islands • Nordlichter-Tour als perfekter Reiseabschluss
🍜 Essen & Reykjavik-Alltag:
Frühstück in der Bäckerei Hygge • Einkaufen bei Bónus und Krónan • Hot Dogs bei Bæjarins Beztu Pylsur • Food Hall in Reykjavik als entspannter Abendstopp • Lammsuppe am Golden Circle
🐴 Besondere Island-Momente:
Islandpferde streicheln • Geysire aus nächster Nähe erleben • schwarzer Vulkansand am Reynisfjara • eisiger Wind am Gullfoss • Nordlichter in völliger Dunkelheit
🧭 Warum diese Reise so gut funktioniert hat:
Reykjavik als entspannte Basis • Tagesausflüge ohne ständiges Kofferpacken • gute Mischung aus Stadt, Natur und Museen • ideal für Familien, die Abenteuer wollen, aber keinen klassischen Roadtrip
🍽️ Essen & Cafés – unsere persönlichen Tipps in Reykjavik
Reykjavik hat uns kulinarisch nicht im klassischen Sinn überrascht – also nicht mit einer Fülle an günstigen Geheimtipps oder einer besonders entspannten Restaurantszene. Was uns vielmehr überrascht hat, war das Preisniveau. Schon nach dem ersten Frühstück war klar: Essen gehen in Island ist ein ganz eigener Programmpunkt. Man macht es nicht mal eben nebenbei, sondern überlegt deutlich bewusster, wann und wo man einkehrt.
Gerade mit Kindern war für uns deshalb schnell klar, dass eine Wohnung mit Küche in Reykjavik Gold wert ist. Wir konnten gemütlich frühstücken, uns für den Tag vorbereiten und mussten nicht jede Mahlzeit außer Haus planen. Das hat die Reise nicht nur entspannter, sondern auch deutlich realistischer gemacht.
Unsere konkreten Erfahrungen aus der Reise:
🥐 Hygge – unser erstes Frühstück in Reykjavik
Unser erster Weg nach der späten Ankunft führte uns in die Bäckerei Hygge. Das Café wirkte einladend, gemütlich und genau nach dem Ort, an dem man gerne in einen Reykjavik-Tag startet. Die Ernüchterung kam dann mit der Rechnung: Für ein vergleichsweise normales Frühstück zu fünft waren wir bei knapp 90 Euro. Es war lecker, keine Frage, aber eben auch ein sehr deutlicher Einstieg in die isländische Preiswelt. Für uns war damit schnell klar, dass das eher ein einmaliger Auftakt blieb und kein tägliches Modell für die Woche werden würde.
🛒 Bónus, Krónan & Co. – unsere eigentliche Basis
Nach diesem ersten Frühstück haben wir unseren Rhythmus gefunden: einkaufen, selbst versorgen, gezielt einzelne Dinge ausprobieren. Die Supermärkte in Reykjavik – vor allem Bónus und Krónan – waren für uns deshalb fast wichtiger als viele Restaurants. Dort bekommt man alles, was man für mehrere Tage braucht, und auch wenn ein größerer Einkauf in Island natürlich ebenfalls teurer ist als in Deutschland, bleibt es im Vergleich zum ständigen Essen gehen die deutlich vernünftigere Lösung. Für Familien ist das aus unserer Sicht fast die beste Entscheidung überhaupt.
🌭 Bæjarins Beztu Pylsur – klein, unscheinbar und wirklich richtig gut
Wenn es ein Essen gibt, das wir in Reykjavik wirklich sofort wieder holen würden, dann ist es der Hot Dog von Bæjarins Beztu Pylsur. Von außen wirkt der Stand eher unspektakulär. Eigentlich fast zu unscheinbar für den Ruf, den er hat. Aber genau das macht es dann umso besser. Das Brötchen war unglaublich weich, die Kombination aus frischen Zwiebeln, Röstzwiebeln, Saucen und Wurst hat einfach funktioniert, und überhaupt war das einer dieser Momente, in denen man merkt, dass etwas nicht kompliziert sein muss, um richtig gut zu sein. Wir waren nicht ohne Grund mehr als einmal dort.
🍜 Hafnartorg Gallery Food Hall – entspannte Abendoption mit Atmosphäre
Eine sehr gute Adresse für einen lockeren Abend war für uns die Hafnartorg Gallery Food Hall. Gerade mit Kindern fanden wir das Konzept angenehm, weil man nicht an ein einziges Restaurant gebunden ist und jeder etwas finden kann, das zu ihm passt. Die Atmosphäre war modern, ruhig und gleichzeitig lässig, mit verschiedenen Essensständen und genug Platz, um nicht das Gefühl zu haben, schnell wieder aufstehen zu müssen. Genau so etwas funktioniert auf Reisen mit Familie besonders gut. Nicht alles, was wir dort gegessen haben, war automatisch ein Volltreffer – die asiatischen Nudeln waren bei uns eher mittelmäßig –, aber als Ort an sich hat uns die Food Hall sehr gut gefallen.
🍲 Lammsuppe unterwegs – genau richtig bei Wind und Kälte
Was in Island fast noch wichtiger ist als ein besonderes Restaurant, ist manchmal einfach etwas Warmes zur richtigen Zeit. Auf unserer Golden-Circle-Tour war genau das die Lammsuppe am Geysir-Stopp. Nach Wind, Kälte und viel draußen sein war das kein spektakuläres Gourmet-Erlebnis, aber genau das Essen, das in diesem Moment perfekt gepasst hat. Warm, kräftig, unkompliziert – und in Island oft genau das Richtige.
☕ Heiße Schokolade nach der Nordlichtertour
Auch das gehört für uns kulinarisch irgendwie zu Reykjavik beziehungsweise zu dieser Reise dazu: die heiße Schokolade nach der Nordlichtertour. Nach der langen Zeit draußen in der Dunkelheit, mit Kälte, Wind und diesem ständigen Blick in den Himmel, war das einer dieser kleinen Momente, die viel größer wirken, als sie eigentlich sind. Nichts Besonderes – und gerade deshalb perfekt.
Unser Fazit zum Essen in Reykjavik
Reykjavik ist kulinarisch für Familien nicht schwierig, aber teuer. Genau deshalb würden wir es jederzeit wieder so machen wie diesmal: Wohnung buchen, selbst einkaufen, das Frühstück und manches Abendessen flexibel lösen – und dann gezielt einzelne Orte mitnehmen, die wirklich Spaß machen. Hygge war ein schöner, aber teurer Start. Die Hot Dogs bei Bæjarins Beztu Pylsur waren für uns das unkomplizierteste und zugleich überzeugendste Essen der Reise. Und die Food Hall war eine entspannte Lösung für einen Abend, an dem nicht jeder dasselbe essen wollte.
Wer Reykjavik mit Kindern plant, muss sich beim Essen nicht stressen. Man sollte nur wissen, dass man mit etwas Pragmatismus oft deutlich besser fährt als mit der Vorstellung, jeden Tag klassisch essen zu gehen.
💡 Praktische Tipps für eure Island-Reise
🛡️ Reiseversicherung – unbedingt abschließen!
Wir haben aus eigener, schmerzhafter Erfahrung gelernt: Gerade im Winter ist eine eigene Reiserücktrittsversicherung Pflicht. Bei uns waren alle drei Kinder gleichzeitig krank – und bis zur letzten Minute war nicht sicher, ob wir die Reise überhaupt antreten können. Die Reiserücktrittsversicherung der Kreditkarte reicht oft nicht aus. Bei uns lag die Höchstgrenze bei 5.000 Euro, der Flug allein hat das schon gekostet. Glück im Unglück: Durch die zehn Stunden Flugverspätung hatten wir de facto ein kostenloses Rücktrittsrecht und zusätzlich Anspruch auf Entschädigung. Aber darauf sollte man sich nicht verlassen.
➡️ Unsere Erfahrungen mit Reiseversicherungen für Familien findet ihr hier.
💳 Kreditkarte & Zahlungsmittel
Kartenzahlung funktioniert in Island fast überall – selbst in kleinen Cafés oder an einfachen Imbissständen. Bargeld braucht man so gut wie nie. Wichtig ist aber, auf die richtige Kreditkarte zu achten. Viele Karten verlangen Auslandseinsatzgebühren. Gerade bei einer Reise nach Island, wo fast alles mit Karte bezahlt wird, summiert sich das schnell.
➡️ Unsere Erfahrungen mit Kreditkarten auf Reisen – hier nachlesen.
✈️ Business Class & Meilen
Wir sind in der Business Class geflogen – und gerade bei langen Verspätungen macht das einen riesigen Unterschied. In einer Lounge zu warten ist einfach eine andere Welt als stundenlang am normalen Gate zu sitzen. Wer regelmäßig Meilen sammelt, kann sich genau solche Upgrades ermöglichen. Gerade mit Kindern macht das Reisen dadurch deutlich entspannter.
➡️ Wie wir Meilen sammeln und einlösen – unser Guide.
🧥 Kleidung – winddicht ist Pflicht!
Der wichtigste Tipp für Island überhaupt: winddichte Kleidung ist absolut unverzichtbar. Nicht windabweisend, sondern wirklich winddicht. Der Wind in Island – besonders am Gullfoss, an der Südküste oder bei einer Nordlichtertour – ist von einer anderen Dimension. Zusammen mit der Kälte wird es schnell unangenehm. Warme Schuhe, mehrere Schichten, Handschuhe und gute Socken gehören deshalb unbedingt ins Gepäck.
🎟️ Touren frühzeitig buchen – vor allem im Winter
Die großen Highlights wie Golden Circle, Südküste mit Eishöhle oder Nordlichtertour sollte man rechtzeitig reservieren. Gerade im Winter sind kleine Gruppen und gute Zeitfenster schnell ausgebucht. Für die Nordlichter würden wir immer wieder eine kleinere Premium-Tour wählen, weil das Erlebnis deutlich entspannter ist als in einem großen Bus.
🚍 In Reykjavik kommt man gut ohne Mietwagen aus
Für die Stadt braucht man nicht zwingend ein Auto. Vieles lässt sich zu Fuß machen, und für einzelne Strecken haben die öffentlichen Busse bei uns sehr gut funktioniert – zum Beispiel auch für den Weg hinauf zum Perlan. Für die größeren Ausflüge fanden wir geführte Touren ohnehin entspannter. Vor allem im Winter würden wir das jederzeit wieder so machen.
🚌 Öffentliche Verkehrsmittel & Bustours
In Reykjavik selbst sind die Busse unkompliziert und gut nutzbar. Für Ausflüge in die Natur empfehlen wir im Winter klar geführte Bustouren. Die Straßenverhältnisse können schwierig sein, und mit Guide ist vieles deutlich entspannter. Gerade bei Sehenswürdigkeiten wie Golden Circle oder Südküste bekommt man außerdem unterwegs noch viele interessante Hintergrundinfos.
🏡 Wohnung statt Hotel – für Familien fast ideal
Island ist teuer, und das merkt man beim Essen sofort. Genau deshalb war unsere Wohnung für uns ein echter Vorteil. Frühstück in Ruhe, abends etwas Kleines aus dem Supermarkt und zwischendurch mal eine Pause – das macht mit Kindern einen großen Unterschied. Für Reykjavik würden wir mit Familie deshalb immer wieder eher eine Wohnung oder ein Apartment wählen als ein klassisches Hotelzimmer.
📶 Internet & eSIM
In Reykjavik ist Internet überhaupt kein Problem. Auch unterwegs ist es angenehm, jederzeit online zu sein – sei es für Navigation, Wetter oder spontane Infos. Gerade bei Tagesausflügen oder längeren Fahrten ins Landesinnere lohnt sich deshalb eine eSIM. So bleibt man flexibel, ohne sich vor Ort um SIM-Karten kümmern zu müssen.
➡️ Unsere eSIM-Erfahrungen auf Reisen.
🌌 Nordlichter – wann und wie?
Nordlichter sieht man nur bei Dunkelheit und klarem Himmel, also vor allem zwischen September und März. Selbst dann braucht man immer noch ein bisschen Glück. Wir haben eine Premium-Bustour mit kleiner Gruppe gebucht und hatten sehr gute Bedingungen. Die Tour dauerte mehrere Stunden und führte raus aus der Stadt an dunkle Orte mit möglichst wenig Lichtverschmutzung. Das Wichtigste dabei: extrem warm anziehen. Das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht.
🌋 Island mit Kindern – der komplette Reisebericht
Tag 1 – Anreise: Glück im Unglück
Manche Reisen beginnen nicht mit Vorfreude, sondern mit Unsicherheit. Unser erster Tag in Island war genau so ein Tag. Eigentlich hätte alles ganz entspannt starten sollen: ein Flug am Vormittag, eine frühe Ankunft in Reykjavik, erste Einkäufe, vielleicht noch ein kleiner Spaziergang durch die Stadt. Stattdessen begann diese Reise mit der bangen Frage, ob wir überhaupt fliegen würden.
Der Grund war diesmal nicht das Wetter, sondern wir selbst. Oder genauer gesagt: unsere Familie. Kurz vor dem Abflug waren alle drei Kinder gleichzeitig krank. Bis zur letzten Minute war nicht klar, ob wir die Reise antreten können oder ob wir alles absagen müssen. Gerade in so einem Moment merkt man, wie wichtig gute Vorbereitung ist – und wie schnell ein theoretisches Thema plötzlich sehr real wird.
Denn wir hatten für diese Reise keine eigene Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen. Die Flüge liefen über die Versicherung der Kreditkarte, und genau dort liegt das Problem, das viele erst bemerken, wenn es ernst wird: Die Absicherung klingt zunächst beruhigend, reicht in der Praxis aber oft nicht aus. Bei uns lag die Höchstgrenze bei 5.000 Euro, der Flug allein hatte diesen Betrag aber praktisch schon erreicht. Wäre die Reise komplett ausgefallen, hätten wir also trotz Versicherung auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben können. Diese Erkenntnis kam nicht irgendwann in Ruhe am Schreibtisch, sondern mitten in der Unsicherheit vor dem Abflug.
Und dann kam noch die nächste Wendung. Aus dem geplanten Abflug am Vormittag wurde plötzlich ein Warten, das gefühlt kein Ende mehr nahm. Der Flug hatte am Ende zehn Stunden Verspätung. In jedem anderen Moment wäre das einfach nur frustrierend gewesen. In unserer Situation war es merkwürdigerweise auch ein Stück weit Glück im Unglück. Denn ab fünf Stunden Verspätung hätten wir den Flug kostenlos stornieren und den vollen Ticketpreis zurückfordern können. Das wurde zu unserer stillen Notfalloption: Falls die Kinder doch nicht reisefähig gewesen wären, hätten wir wenigstens finanziell noch einen Ausweg gehabt.
So aber besserte sich die Lage langsam. Die Kinder wurden wieder fitter, das Reisen rückte wieder in den Bereich des Möglichen, und irgendwann war klar: Wir fliegen. Nur eben viel später als gedacht.
Gerade in solchen Situationen merkt man, wie groß der Unterschied zwischen normalem Warten und halbwegs komfortablem Warten sein kann. Wir sind auf dieser Reise in der Business Class geflogen, und der Zugang zur Lounge war in diesem Fall kein Luxusdetail, sondern ein echter Vorteil. Zehn Stunden Verspätung mit Kindern am regulären Gate fühlen sich anders an als zehn Stunden mit einem ruhigen Rückzugsort, Essen, Getränken und Platz. Auch das war einer dieser Momente, in denen sich Meilen, Upgrades und eine durchdachte Flugbuchung plötzlich sehr konkret auszahlen.
Und dann gab es noch einen weiteren Aspekt, den man in so einem Moment leicht vergisst: die Fluggastrechte. Bei einer so langen Verspätung stand uns eine Entschädigung zu. Für unsere Familie bedeutete das rund 2.000 Euro – ein Betrag, der am Ende einen guten Teil der Reisekosten wieder aufgefangen hat. Natürlich ersetzt das nicht den Stress, das Warten und die Unsicherheit. Aber es war am Ende doch genau dieses Gefühl, das diesen Tag am besten beschreibt: Glück im Unglück.
Als wir schließlich in Island landeten, war es längst nicht mehr Tag, sondern Nacht. Um 0:15 Uhr kamen wir in Reykjavik an. Von einem ersten Reykjavik-Abend, von Ankommen, Umsehen oder vielleicht sogar einem kleinen Spaziergang war keine Rede mehr. Wir fuhren nur noch in unsere Wohnung, schlossen die Tür hinter uns und waren einfach nur froh, da zu sein.
So wurde aus unserem ersten Reisetag kein klassischer erster Tag. Kein Sightseeing, keine Sehenswürdigkeit, kein „Jetzt beginnt Island“-Moment im eigentlichen Sinn. Und trotzdem gehört genau dieser Tag fest zu dieser Reise. Weil er von Anfang an gezeigt hat, was Island für uns werden würde: nicht einfach nur ein schöner Städtetrip, sondern ein echtes Abenteuer – mit Unsicherheit, Improvisation und am Ende doch diesem Gefühl, dass sich alles gelohnt hat.
Tag 2 – Unser erster richtiger Tag in Reykjavik
Nach der späten Ankunft in der Nacht zuvor begann unser erster richtiger Tag in Reykjavik angenehm ruhig. Erst einmal ausschlafen, ankommen, durchatmen. Genau das war nach diesem turbulenten Start auch nötig. Und vielleicht war gerade das der perfekte Einstieg in diese Reise: kein hektisches Programm, sondern ein langsames Kennenlernen dieser kleinen, besonderen Hauptstadt am Rand Europas.
🥐 Frühstück bei Hygge – und gleich der erste Preis-Schock
Unser erster Weg führte uns in die Bäckerei Hygge. Der Name klang nach genau dem, was wir an diesem Morgen gebraucht haben: gemütlich, warm, entspannt. Und genau so war auch der erste Eindruck. Das Frühstück war gut, die Atmosphäre schön – bis die Rechnung kam. Für ein eher normales Frühstück zu fünft waren wir bei knapp 90 Euro.
Spätestens in diesem Moment war klar: Island ist preislich noch einmal eine ganz eigene Liga. Gut, dass wir eine Wohnung mit Küche hatten. Denn schon nach diesem ersten Frühstück stand fest, dass Selbstversorgung für uns die deutlich bessere Lösung sein würde.
🛒 Supermarkt statt Restaurant – unsere beste Entscheidung in Reykjavik
Nach dem Frühstück ging es deshalb direkt in den Supermarkt. Bónus und Krónan wurden für uns in Reykjavik fast genauso wichtig wie manche Sehenswürdigkeit. Auch dort ist natürlich nichts wirklich günstig, aber im Vergleich zu Restaurants ist Einkaufen in Island ganz klar die vernünftigere Variante.
Unser erster größerer Einkauf lag bei rund 200 Euro. Das klingt viel – war für Island aber fast schon pragmatisch. Gerade mit Kindern war es Gold wert, morgens in Ruhe frühstücken zu können und abends nicht jedes Mal ein Restaurant suchen zu müssen.
🎼 Harpa – Reykjaviks modernes Wahrzeichen am Wasser
Nach einer kurzen Pause in der Wohnung machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Unser erster Stopp war die Harpa, das bekannte Konzerthaus direkt am Hafen. Schon von außen wirkt das Gebäude beeindruckend. Die geometrische Glasfassade verändert sich mit dem Licht, spiegelt Himmel und Meer und gibt Reykjavik einen überraschend modernen Akzent.
Auch innen hat uns die Harpa gut gefallen. Wir sind einfach ein wenig durch das Gebäude spaziert, haben die Atmosphäre auf uns wirken lassen – und hatten dann sogar noch das Glück, eine Hip-Hop-Aufführung junger Tänzerinnen und Tänzer zu sehen. So etwas war natürlich nicht geplant, aber genau solche Momente machen einen ersten Stadttag oft besonders.
🌋 Vulcano Express – eher nicht empfehlenswert
Im Untergeschoss der Harpa haben wir auch den Vulcano Express ausprobiert. Die Idee klingt zunächst spannend: eine kurze Show über Islands Vulkane, kombiniert mit bewegten Sitzen, Projektionen und ein paar Spezialeffekten.
Ganz ehrlich: Für uns hat es sich nicht wirklich gelohnt. Es war nett gemacht, aber für den Preis deutlich zu kurz und am Ende einfach nicht eindrucksvoll genug. Gerade wenn man später noch ins Perlan geht, merkt man schnell, dass man dort für sein Geld deutlich mehr bekommt.
💡 Tipp:
Wenn ihr euch zwischen Vulcano Express und Perlan entscheiden müsst, würden wir ganz klar Perlan empfehlen.
⛵ Sun Voyager – ein kurzer, aber schöner Stopp am Meer
Von der Harpa ging es weiter zum Sun Voyager, der bekannten Skulptur direkt am Wasser. Eigentlich ist es nur ein kurzer Fotostopp – aber einer, der sich lohnt. Vor allem am Nachmittag, wenn das Licht gut steht, wirkt die Skulptur vor dem Meer und den Bergen im Hintergrund besonders schön.
Es war keiner dieser Orte, an denen man lange bleibt. Aber genau einer von denen, die Reykjavik optisch so besonders machen.
⛪ Hallgrímskirkja – der schönste Blick über Reykjavik
Von dort liefen wir weiter hinauf zur Hallgrímskirkja. Schon von weitem dominiert sie das Stadtbild, und je näher man kommt, desto beeindruckender wirkt diese Kirche. Ihre Fassade erinnert an Lavaformationen und Basaltsäulen – also genau an das, was Island landschaftlich ausmacht. Dadurch wirkt sie nicht nur wie eine Kirche, sondern fast wie ein Teil der Natur selbst.
Innen ist sie eher schlicht, fast zurückhaltend. Die große Orgel fällt sofort ins Auge, aber das eigentliche Highlight war für uns der Turm. Zum Glück fährt ein Aufzug nach oben, und der Blick über Reykjavik ist wirklich fantastisch. Von dort oben sieht man die bunten Häuser, das Meer und die Weite rund um die Stadt – und genau in diesem Moment versteht man Reykjavik noch einmal ganz anders.
💡 Tipp:
Wenn ihr in Reykjavik nur einen Aussichtspunkt mitnehmt, dann diesen. Der Blick von oben gehört ganz klar zu den schönsten Eindrücken der Stadt.
🛍️ Laugavegur – nett zum Bummeln, aber kein großes Highlight
Auf dem Rückweg spazierten wir noch über die Laugavegur, die bekannteste Einkaufsstraße Reykjaviks. Es war nett, dort entlangzulaufen, ein bisschen Stadtleben mitzunehmen und sich die Schaufenster anzuschauen. Gleichzeitig war es aber auch kein Ort, der uns besonders lange gefesselt hätte.
Viele Souvenirläden, ein paar Geschäfte, ein bisschen Alltag – schön für einen Stadtbummel, aber für uns kein echtes Highlight der Reise.
🌭 Bæjarins Beztu Pylsur – der beste Hot Dog der Stadt
Den schönsten Abschluss des Tages fanden wir dann an einem Ort, der von außen fast unscheinbar wirkt: bei Bæjarins Beztu Pylsur. Dieser kleine Hot-Dog-Stand sieht zunächst nicht nach einem kulinarischen Höhepunkt aus. Umso überraschender war es, wie gut uns dieser Hot Dog am Ende geschmeckt hat.
Das Brötchen war weich, die Zwiebeln frisch und knusprig zugleich, die Saucen perfekt abgestimmt – und überhaupt war das genau die Art von einfachem Essen, die einen auf Reisen manchmal mehr begeistert als manches teure Restaurant. Für uns war das ganz klar eines der unkompliziertesten und gleichzeitig besten Essenserlebnisse in Reykjavik.
Fazit des zweiten Tages
Unser erster richtiger Tag in Reykjavik war kein Tag der großen Sensationen, sondern ein langsames, ehrliches Ankommen. Harpa und Hallgrímskirkja gehören für uns ganz klar zu den schönsten Stadt-Highlights. Der Vulcano Express eher nicht. Und manchmal ist es am Ende tatsächlich der Hot Dog am Hafen, der einem am stärksten in Erinnerung bleibt.
Tag 3 – Púfa, Wale und isländische Geschichte
Auch unser dritter Tag in Reykjavik hatte wieder diese besondere Mischung, die die Stadt für uns so angenehm gemacht hat: kein überfrachtetes Programm, keine Hektik, sondern ein Tag, der sich ganz natürlich entwickelt hat. Ein bisschen Hafen, ein bisschen Museum, ein bisschen Geschichte – und am Ende wieder ein Ort, der sich perfekt für einen entspannten Ausklang eignet.
🌊 Púfa – ein kleiner Hügel mit großer Wirkung
Unser erster Weg führte uns an den Hafen, genauer gesagt zum Púfa-Hügel. Von Weitem wirkt er fast unscheinbar, aber gerade das macht ihn irgendwie besonders. Ein künstlich angelegter Hügel, spiralförmig begehbar, oben mit einer kleinen Fischerhütte – schlicht, ruhig und irgendwie sehr isländisch.
Oben angekommen hat man einen schönen Blick auf das Meer, den Hafen und zurück auf die Stadt. Kein spektakulärer Aussichtspunkt im klassischen Sinn, aber genau einer dieser Orte, die einem Reykjavik ein Stück näherbringen. Es ist eher ein stiller Ort als ein großes Highlight – und gerade deshalb hat er uns gut gefallen.
💡 Tipp:
Am besten eher früher am Tag hingehen. Später steht die Sonne oft so, dass man beim Blick zurück Richtung Stadt stark gegen das Licht schaut.
🐟 Hafenstimmung und ein sehr islandtypischer Anblick
Rund um den Hafen merkt man schnell, dass Reykjavik trotz aller Modernität immer noch eine enge Verbindung zum Meer hat. Dort sieht man auch Dinge, die man so nicht überall entdeckt – bei uns waren es getrocknete Fischköpfe, die irgendwo zwischen kurios und typisch Island lagen. Nicht unbedingt schön, aber definitiv ein Detail, das im Gedächtnis bleibt.
Eigentlich wollten wir in der Gegend auch noch bei einer Schokoladenmanufaktur vorbeischauen, die hatte bei unserem Besuch allerdings geschlossen. Auch das gehört irgendwie zu Reykjavik: Man sollte gerade bei kleineren Läden und Manufakturen vorher lieber kurz die Öffnungszeiten prüfen.
🐋 Whales of Iceland – beeindruckend, aber nicht für jeden ein Muss
Danach ging es weiter ins Whales of Iceland. Das Museum ist vor allem durch seine lebensgroßen Walmodelle beeindruckend, die von der Decke hängen und einem sofort zeigen, welche Dimensionen diese Tiere eigentlich haben. Gerade für Kinder ist das natürlich spannend. Unser jüngster Sohn war begeistert, und auch wir fanden es durchaus interessant, einmal so direkt vor diesen riesigen Nachbildungen zu stehen.
Dazu kommen Filme und Erklärungen, unter anderem zur Verständigung der Wale über Gesänge. Das war gut gemacht, und man merkt, dass das Museum vor allem über die Größe und Faszination dieser Tiere wirkt. Für große Walfans oder jüngere Kinder ist das auf jeden Fall ein schöner Stopp. Wer mit dem Thema weniger anfangen kann, muss es aber nicht zwingend gesehen haben.
⚔️ Saga Museum – Geschichte zum Anhören und Anschauen
Am Nachmittag stand dann das Saga Museum auf dem Programm. Das hat uns insgesamt besser gefallen, weil es Island noch einmal auf eine ganz andere Weise erklärt. Statt nur Infos an Wänden zu lesen, läuft man hier mit Audioguide durch verschiedene Szenen der isländischen Geschichte. Die Wachsfiguren sind gut gemacht, die Räume stimmungsvoll, und man bekommt einen Eindruck davon, wie hart und zugleich prägend die ersten Jahrhunderte auf dieser Insel gewesen sein müssen.
Besonders hilfreich fanden wir, dass es den Audioguide auch auf Deutsch gab. Gerade in Island, wo sonst fast alles auf Englisch ist, macht das für einen Familienbesuch einen echten Unterschied. Inhaltlich geht es um die Siedlerzeit, um Wikinger, um Krankheiten wie die Pest und ganz allgemein um das Leben auf einer abgelegenen, rauen Insel.
Manchmal waren es vielleicht fast ein bisschen zu viele Namen und Geschichten auf einmal, aber insgesamt war das Museum für uns ein guter Weg, Island besser zu verstehen – nicht nur landschaftlich, sondern auch historisch.
🛡️ Wikingerkostüme zum Schluss – besonders für Kinder ein nettes Extra
Ein schöner Abschluss im Saga Museum war der kleine Bereich am Ende, in dem man sich verkleiden konnte. Helme, Felle, Umhänge – alles schon gut benutzt, aber genau das machte es fast wieder sympathisch. Für Kinder ist das natürlich nochmal ein ganz anderer Zugang als nur Audioguide und Geschichte.
Es war kein riesiges Highlight des Tages, aber genau so ein kleines Extra, das einen Museumsbesuch lockerer und familienfreundlicher macht.
🍜 Hafnartorg Gallery Food Hall – entspannt ausklingen lassen
Am Abend wollten wir den Tag noch gemütlich ausklingen lassen und sind deshalb in die Hafnartorg Gallery Food Hall gegangen. Das war genau die richtige Entscheidung. Die Atmosphäre dort war modern, entspannt und trotzdem gemütlich. Verschiedene Essensstände, unterschiedliche Küchen und genug Platz, damit nicht alle zwangsläufig das Gleiche essen müssen – gerade mit Kindern ist so etwas auf Reisen einfach ideal.
Nicht alles, was wir dort gegessen haben, war automatisch großartig. Die asiatischen Nudeln, die wir bestellt hatten, waren eher durchschnittlich. Aber das hat dem Ort selbst keinen Abbruch getan. Als Food Hall und entspannter Abendstopp hat sie uns sehr gut gefallen.
🏁 Fazit des dritten Tages
Tag 3 war ein ruhiger, vielseitiger Reykjavik-Tag. Púfa war ein schöner kleiner Auftakt am Hafen, das Whales of Iceland spannend für Kinder und Wal-Fans, das Saga Museum insgesamt noch etwas stärker. Und die Hafnartorg Gallery Food Hall war genau der richtige Ort, um diesen Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Tag 4 – Eishöhle, schwarzer Strand und Wasserfälle an der Südküste
Nach zwei ruhigeren Tagen in Reykjavik stand nun der erste wirklich große Ausflug auf dem Programm. Es ging früh los, noch bevor die Stadt richtig wach war. Genau das hat diesem Tag sofort eine andere Dynamik gegeben. Weg von Reykjavik, raus aus der Stadt, hinein in diese weite, karge Landschaft, die Island so besonders macht. Und schon während der Fahrt wurde klar, dass genau solche Tage der Grund sind, warum eine Reise nach Island eben doch viel mehr ist als nur ein Städtetrip.
🚌 Unterwegs durch eine Landschaft wie von einer anderen Welt
Schon die Busfahrt Richtung Südküste war ein Erlebnis für sich. Je weiter wir Reykjavik hinter uns ließen, desto mehr veränderte sich die Stimmung. Die Landschaft wurde offener, rauer, ursprünglicher. Lavafelder, dunkle Felsen, schneebedeckte Flächen und dazwischen immer wieder diese Weite, die man in Europa so kaum irgendwo erlebt.
Island wirkt auf solchen Fahrten fast unwirklich. Nicht spektakulär im klassischen Sinn, sondern eher still und gewaltig zugleich. Gerade das hat uns sofort wieder daran erinnert, warum dieses Land so eine besondere Wirkung hat.
🧊 Die Eishöhle – kleiner als erwartet, aber trotzdem besonders
Einer der Hauptgründe für diesen Ausflug war die Eishöhle. Nach einem Zwischenstopp ging es mit einem geländegängigen Fahrzeug weiter, denn die letzten Strecken zur Höhle sind mit normalen Bussen nicht zu machen. Allein dieser Teil hatte schon etwas Abenteuerhaftes und war gerade für die Kinder natürlich spannend.
Vor Ort bekamen wir Spikes für die Schuhe, damit wir auf dem Eis sicher laufen konnten. Dann ging es hinein in die Höhle. Und ja — sie war kleiner, als wir es uns im Vorfeld vorgestellt hatten. Wer an riesige Eislandschaften oder meterhohe Hallen denkt, sollte die Erwartungen etwas anpassen. Aber genau deshalb war es am Ende trotzdem ein besonderes Erlebnis: weil man tatsächlich mitten im Eis steht, diese blauen und grauen Strukturen direkt vor sich sieht und spürt, dass man sich an einem Ort befindet, der sich ständig verändert.
Die Eishöhle war nicht der gigantische Wow-Moment, den manche Bilder vorher vielleicht versprechen. Aber sie war echt. Und genau das machte sie am Ende doch eindrucksvoll.
🖤 Reynisfjara – schwarzer Strand, schwarze Felsen, riesige Wellen
Wenn es an diesem Tag einen Ort gab, der uns sofort gepackt hat, dann war es der schwarze Strand von Reynisfjara. Schon beim Aussteigen hatte man dieses Gefühl, an einem Ort zu stehen, der fast ein bisschen zu dramatisch aussieht, um real zu sein. Schwarzer Vulkansand, dunkle Felsformationen, das graue Meer und diese gewaltigen Wellen — alles zusammen wirkte fast wie eine Filmszene.
Hier hat man sofort gespürt, was Island landschaftlich so einzigartig macht. Es ist nicht nur schön, sondern oft auf eine raue, fast bedrohliche Art beeindruckend. Gerade dieser Kontrast aus schwarzem Strand, weißem Schaum und dunklem Himmel blieb uns besonders stark in Erinnerung.
Gleichzeitig ist Reynisfjara auch einer dieser Orte, an denen man die Natur wirklich ernst nehmen muss. Die Wellen kommen mit unglaublicher Kraft herein und wirken viel unberechenbarer, als man es von anderen Stränden kennt. Genau deshalb bleibt einem dieser Ort nicht nur wegen seiner Schönheit im Kopf, sondern auch wegen dieser spürbaren Naturgewalt.
💧 Skógafoss – einer der eindrucksvollsten Wasserfälle des Tages
Nach dem schwarzen Strand ging es weiter zu den Wasserfällen der Südküste. Der erste davon war der Skógafoss — und der hat uns sofort beeindruckt. Er wirkt breit, kraftvoll und trotz der winterlichen Bedingungen unglaublich lebendig. Gerade im Winter, mit Eis und Schnee rundherum, bekommt dieser Wasserfall noch einmal eine ganz eigene Atmosphäre.
Man steht davor und merkt sofort, wie gewaltig das Ganze eigentlich ist. Das Wasser rauscht mit solcher Kraft herab, dass man automatisch stehen bleibt und erst einmal nur schaut. Für uns war das einer der stärksten Stopps des Tages, weil er genau diese Mischung aus Größe, Kälte und Naturgewalt so direkt spürbar gemacht hat.
🌫️ Seljalandsfoss – schön, aber nach Skógafoss etwas weniger eindrucksvoll
Der zweite Wasserfall war der Seljalandsfoss. Auch er ist natürlich schön und ein bekannter Stopp auf jeder Südküsten-Tour. Aber ganz ehrlich: Wenn man vorher schon am Skógafoss gestanden hat, wirkt der Seljalandsfoss ein wenig weniger eindrucksvoll.
Im Sommer ist er sicher auch deshalb besonders, weil man hinter dem Wasserfall entlanggehen kann. Im Winter war das bei uns aber keine wirkliche Option. Dadurch blieb er eher ein schöner Abschluss als ein weiterer großer Höhepunkt. Trotzdem passt er natürlich gut in diesen Tag hinein, weil man gerade an solchen Stopps merkt, wie unterschiedlich Wasserfälle in Island wirken können.
🌋 Warum genau solche Tage Island so besonders machen
Was diesen Tag für uns so stark gemacht hat, war gar nicht nur die Eishöhle oder ein einzelner Wasserfall. Es war diese Abfolge von Eindrücken. Erst das Eis, dann der schwarze Strand, dann das donnernde Wasser. Und dazwischen immer wieder diese Fahrten durch eine Landschaft, die fast unwirklich wirkt.
Gerade an Tag 4 wurde uns klar, wie gut Reykjavik als Basis für diese Reise funktioniert hat. Man muss nicht jeden Tag die Unterkunft wechseln, um solche Orte zu erleben. Man kann morgens aufbrechen, einen intensiven Naturtag erleben und abends wieder in die Stadt zurückkehren. Für uns als Familie war das genau die richtige Mischung.
🏁 Fazit des vierten Tages
Tag 4 war der erste große Island-Tag außerhalb von Reykjavik — und genau so hat er sich auch angefühlt. Die Eishöhle war kleiner als erwartet, aber trotzdem besonders. Reynisfjara war landschaftlich eines der stärksten Erlebnisse der ganzen Reise. Und der Skógafoss hat uns deutlich mehr beeindruckt als der zweite Wasserfall. Insgesamt war es ein intensiver, langer und landschaftlich unglaublich starker Tag, an dem Island genau das gezeigt hat, wofür man eigentlich hierherkommt.
Tag 5 – Ein ruhiger Tag zwischen Kunst, Eis und isländischer Geschichte
Nach dem intensiven Ausflug an die Südküste war Tag 5 bewusst ruhiger angelegt. Keine lange Busfahrt, kein früher Start, keine spektakuläre Naturkulisse am anderen Ende der Insel. Stattdessen wieder Reykjavik. Und genau das tat auch gut. Denn diese Reise lebte für uns nicht nur von den großen Naturmomenten, sondern auch von den ruhigeren Tagen dazwischen, an denen man die Stadt und das Land auf eine andere Weise kennenlernt.
🎨 Reykjavik Art Museum – interessant, aber kein Muss
Unser erster Stopp war das Kunstmuseum von Reykjavik. Auf Fotos wirkte es im Vorfeld spannender, als es sich für uns vor Ort dann tatsächlich angefühlt hat. Natürlich hängt so etwas immer auch von der jeweiligen Ausstellung und vom eigenen Interesse an moderner Kunst ab. Für uns war es insgesamt eher überschaubar.
Es war kein unangenehmer Besuch, ganz im Gegenteil. Aber eben auch keiner dieser Orte, die man danach unbedingt weiterempfiehlt. Wenn man Zeit hat, wenn man gerne Museen besucht oder einen ruhigeren Tag in Reykjavik plant, kann man das gut machen. Ein echtes Highlight der Reise war es für uns allerdings nicht.
🏛️ Rathaus von Reykjavik – klein, aber mit einer spannenden Karte
Danach ging es weiter zum Rathaus von Reykjavik. Auch das ist kein Ort, für den man extra durch die halbe Stadt fahren würde. Aber wenn man ohnehin in der Gegend ist, lohnt sich ein kurzer Blick hinein. Das eigentliche Highlight im Inneren ist die große 3D-Karte von Island.
Gerade nach den ersten Tagen auf der Insel war das spannend, weil man plötzlich noch einmal ganz anders versteht, wie groß und wie zerklüftet Island eigentlich ist. Die Küsten, die Formen, die Weite – auf dieser Karte bekommt man einen guten Eindruck davon, dass Reykjavik zwar Ausgangspunkt der Reise ist, aber eben nur ein sehr kleiner Teil dieses Landes.
❄️ Tjörnin – Reykjaviks zugefrorener Stadtsee
Direkt neben dem Rathaus liegt der Tjörnin, einer der bekanntesten Seen der Stadt. Bei unserem Besuch war er komplett zugefroren, mit einer dicken Eisschicht, die sofort diesen ganz eigenen Reykjavik-Wintermoment erzeugt hat. Wir sind ein Stück am Eis entlanggelaufen, haben die Stimmung auf uns wirken lassen und wieder einmal gemerkt, wie anders sich Reykjavik im Winter anfühlt als viele andere Städte.
Es war kein großes Programmpunkt im klassischen Sinn, eher so ein stiller Zwischenmoment. Aber genau solche Bilder bleiben oft hängen: ein gefrorener See mitten in der Stadt, ruhige Winterluft, und drumherum diese entspannte, fast unaufgeregte Atmosphäre.
📜 Das Nationalmuseum – der spannendste Teil des Tages
Der klar interessanteste Stopp des Tages war für uns das Nationalmuseum von Island. Während das Kunstmuseum eher optional war, würden wir diesen Besuch deutlich eher empfehlen. Gerade wenn man sich für die Geschichte des Landes interessiert, ist das Museum ein guter Ort, um Island noch einmal besser zu verstehen.
Besonders spannend fanden wir die frühen Kapitel der Inselgeschichte: die Besiedlung durch die Wikinger, das Leben in einer kargen, abgelegenen Umgebung und die Vorstellung, dass die ersten Siedler praktisch alles mitbringen mussten, weil auf der Insel selbst so wenig vorhanden war. Plötzlich wirkt diese Landschaft nicht mehr nur spektakulär, sondern auch herausfordernd. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie hart das Leben hier über Jahrhunderte gewesen sein muss.
⚫ Die Pest auf einer abgelegenen Insel
Ein Teil der Ausstellung, der uns besonders im Gedächtnis geblieben ist, war der Abschnitt über die Pest in Island. Gerade weil Island so abgelegen ist, wirkt es zunächst fast überraschend, dass die Seuche auch hier so verheerend wüten konnte. Und doch war es genau so. Die Pest erreichte die Insel zwar erst später als viele Teile Europas, traf die Bevölkerung dann aber mit voller Härte.
Gerade dieser Gedanke blieb hängen: Selbst eine abgeschiedene Insel am Rand Europas war nicht geschützt. Geschichte fühlt sich in solchen Momenten plötzlich viel greifbarer an, weil man merkt, wie eng selbst ein entfernter Ort wie Island immer mit dem Rest der Welt verbunden war.
🏡 Zurück in die Wohnung – ein leiser Ausklang
Nach dem Museumsbesuch ging es wieder zurück in die Wohnung. Kein großes Abendprogramm, kein weiterer Stopp, kein besonderer Abschluss in der Stadt. Und genau das passte zu diesem Tag. Nach den vielen Eindrücken der letzten Tage fühlte sich dieser ruhigere Rhythmus genau richtig an.
Tag 5 war kein Tag der großen Naturgewalten, kein Tag der spektakulären Bilder. Aber er war wichtig, weil er Island auf eine andere Weise geöffnet hat – nicht über Wasserfälle und Geysire, sondern über Geschichte, Alltagsorte und diese leise Winterstimmung, die Reykjavik so besonders macht.
🏁 Fazit des fünften Tages
Tag 5 war bewusst ruhiger – und genau das war gut so. Das Kunstmuseum war für uns eher optional, das Rathaus mit der großen Island-Karte ein netter kurzer Stopp. Der eigentliche Höhepunkt des Tages war das Nationalmuseum, weil es dem Land noch einmal mehr Tiefe gegeben hat. Nicht jeder Reykjavik-Tag muss spektakulär sein. Manchmal reicht es, Island ein kleines Stück besser zu verstehen.
Tag 6 – Golden Circle: Geysire, Wasserfälle und Islands Geschichte
Tag 6 war einer dieser Tage, auf die man sich schon vor der Reise ganz besonders freut. Der Golden Circle gehört zu den bekanntesten Ausflügen ab Reykjavik – und wir können nach diesem Tag gut verstehen, warum. Es ist nicht einfach nur eine klassische Rundfahrt zu drei Sehenswürdigkeiten. Es ist vielmehr ein Tag, an dem man Island in seiner ganzen Eigenart spürt: vulkanisch, rau, geschichtsträchtig und gleichzeitig von einer Natur geprägt, die ständig in Bewegung ist.
Schon die Fahrt hinaus aus Reykjavik war wieder ein Erlebnis für sich. Je weiter wir ins Landesinnere kamen, desto deutlicher zeigte sich diese Landschaft, die so unverwechselbar isländisch ist. Lavafelder, Krater, kaum Vegetation, weite Flächen und Berge, die eher wie erstarrte Ausbrüche wirken als wie klassische Gebirgszüge. Es ist eine Landschaft, die nicht freundlich wirken muss, um faszinierend zu sein.
♨️ Ein kleiner Geothermalpark – ein entspannter Start in den Tag
Unser erster Stopp war ein kleiner Geothermalpark. Noch nicht das ganz große Highlight des Tages, aber ein schöner Einstieg in das, was Island im Kern ausmacht: Wärme, die aus der Erde kommt, Dampf, heiße Quellen und diese ständige Nähe zwischen Natur und vulkanischer Kraft.
Dort wurden auch Eier in der heißen Erde gekocht, und anschließend gab es Brot mit Ei. Das war kein spektakulärer Programmpunkt, aber genau so ein isländischer Moment, der hängen bleibt. Man merkt sehr schnell, dass hier selbst ganz alltägliche Dinge wie Essen auf eine andere Weise mit der Natur verbunden sind.
🔴 Kerið – ein Krater mit überraschend ruhiger Schönheit
Danach wurde es landschaftlich deutlich eindrucksvoller. Der nächste Stopp war der Kerið-Krater, ein Vulkankrater, der vor mehreren tausend Jahren entstanden ist und heute mit seinem farbigen Gestein und dem Wasser im Inneren zu den schönsten Stopps des Golden Circle gehört.
Wir konnten einmal rund um den Kraterrand laufen und hatten von oben einen tollen Blick hinein. Es war windig, aber genau das gehört in Island fast schon dazu. Kerið war für uns kein lauter, dramatischer Ort, sondern eher einer, der durch seine Form, seine Farben und diese fast unerwartete Ruhe beeindruckt hat. Gerade weil man hier oben steht und in einen alten Krater blickt, wird einem wieder bewusst, wie sehr dieses Land vom Feuer geformt wurde.
🌊 Gullfoss – Naturgewalt mit voller Wucht
Von Kerið ging es weiter zum Gullfoss, und dort zeigte Island dann endgültig, wie ernst es der Wind meint. So viel Wind hatten wir bis dahin auf der Reise noch nicht erlebt. Es war wirklich extrem kalt und so stürmisch, dass man sofort merkte, warum winddichte Kleidung in Island keine Empfehlung, sondern Pflicht ist.
Der Wasserfall selbst war dafür umso eindrucksvoller. Gerade im Winter wirkt Gullfoss unglaublich kraftvoll. Eisplatten, kalte Gischt, das tosende Wasser, das sich in die Schlucht stürzt – alles zusammen hatte etwas Wildes und gleichzeitig fast Unwirkliches. Man schaut nicht einfach nur auf einen Wasserfall, sondern spürt förmlich, wie sehr hier Wasser, Kälte und Landschaft zusammengehören.
💡 Tipp:
Gerade am Gullfoss zahlt sich wirklich gute Kleidung aus. Warm reicht nicht – sie muss vor allem winddicht sein.
🌋 Strokkur und Blesi – wenn die Erde plötzlich explodiert
Nach dem Gullfoss ging es weiter ins berühmte Geysir-Gebiet. Genauer gesagt war für uns dort vor allem der Strokkur das Highlight. Er stößt etwa alle paar Minuten seine Wasserfontäne in die Höhe – und trotzdem verliert dieser Moment nichts von seiner Wirkung. Im Gegenteil: Man steht da, schaut auf die blubbernde Oberfläche, wartet, und plötzlich spannt sich das Wasser nach oben, als würde es sich kurz sammeln, bevor es explodiert.
Das war für uns einer der faszinierendsten Momente des Tages. Nicht, weil es riesig oder laut inszeniert wäre, sondern weil es ein Naturschauspiel ist, das immer wieder neu überrascht. Manche Ausbrüche waren kleiner, andere deutlich höher. Und gerade das machte es spannend. Man hätte dort problemlos noch viel länger stehen und einfach weiter zuschauen können.
Ein Stück weiter oben liegt noch die heiße Quelle Blesi, die konstant blubbert und dampft. Auch sie ist kein riesiger Programmpunkt, aber ein schöner Zusatz, weil sie zeigt, wie lebendig der Boden hier überall ist. Es raucht, es dampft, es blubbert – und plötzlich versteht man wieder, dass Island von innen heraus aktiv ist.
Dort gönnten wir uns auch eine kleine Stärkung, unter anderem eine Lammsuppe, die nach Wind und Kälte genau das Richtige war.
🐴 Islandpferde – ein kurzer, aber schöner Zwischenmoment
Auf dem Weg zum nächsten Stopp gab es noch einen kurzen Halt bei Islandpferden. Kein langer Programmpunkt, aber einer dieser kleinen Momente, die mit Kindern natürlich besonders gut funktionieren. Die Pferde konnten gestreichelt und gefüttert werden, und das war nach all den Naturgewalten des Tages noch einmal etwas ganz anderes: ruhig, direkt und einfach schön.
🌍 Þingvellir – zwischen zwei Kontinenten und mitten in der Geschichte Islands
Die letzte große Station des Tages war der Þingvellir-Nationalpark. Und dieser Ort war für uns weit mehr als nur ein weiterer schöner Stopp in der Natur. Þingvellir ist einer dieser Orte, an denen Landschaft und Geschichte ganz eng zusammenfallen.
Schon die Umgebung wirkt besonders: Felswände, Lava, weite Flächen und diese sichtbare Kontinentalspalte, die sich durch die Landschaft zieht. Hier treffen die nordamerikanische und die eurasische Erdplatte aufeinander – oder besser gesagt: sie driften hier langsam auseinander. Allein das ist schon beeindruckend. Aber Þingvellir ist nicht nur geologisch bedeutend, sondern auch historisch einer der wichtigsten Orte Islands.
Hier wurde im Jahr 930 das Alþingi gegründet, eines der ältesten Parlamente der Welt. Über Jahrhunderte war dieser Ort das politische und rechtliche Zentrum Islands. Genau deshalb hatte unser Guide auch gesagt, dass jeder Isländer zumindest einmal hier gewesen sei. Þingvellir ist nicht einfach nur ein Nationalpark – es ist ein Teil der nationalen Identität.
Wir liefen entlang der Spalte zu einem Aussichtspunkt hinauf, und dieser Weg war einer der schönsten des ganzen Tages. Nicht spektakulär im schnellen Sinn, sondern still und eindrucksvoll. Überall Fels, Lava, Schnee und dieses Panorama, das einen fast automatisch langsamer werden lässt.
Auch ein dunkleres Kapitel gehört zu diesem Ort: der kleine Teich Drekkingarhylur, an dem früher Hinrichtungen vollzogen wurden. Gerade solche Details geben Þingvellir noch einmal eine zusätzliche Tiefe. Es ist eben nicht nur schöne Landschaft, sondern ein Ort, der Islands Geschichte in vielen Facetten erzählt.
🏁 Fazit des sechsten Tages
Der Golden Circle war für uns einer der stärksten Tage der ganzen Reise. Nicht nur wegen der berühmten Namen wie Gullfoss oder Strokkur, sondern weil dieser Tag so vieles vereint hat, was Island ausmacht: vulkanische Landschaften, eisige Naturgewalt, lebendige Erde und Orte, an denen Geschichte bis heute spürbar ist. Wenn man Island zum ersten Mal erlebt, dann ist der Golden Circle genau der richtige Tag, um dieses Land ein Stück besser zu verstehen.
Tag 7 – Perlan, Nordlichter und ein perfekter letzter Abend
Unser letzter voller Tag in Island war bewusst ruhiger geplant. Nach den intensiven Eindrücken der letzten Tage brauchten wir kein weiteres großes Naturprogramm mehr, keine lange Busfahrt und keinen engen Zeitplan. Stattdessen sollte dieser Tag noch einmal etwas von allem haben: ein bisschen Wissen, ein bisschen Aussicht, ein bisschen Reykjavik – und am Abend dann genau das Erlebnis, auf das man in Island natürlich immer heimlich hofft.
🚌 Mit dem Bus zum Perlan – Reykjavik funktioniert auch ganz entspannt
Nach einem gemütlichen Morgen in der Wohnung machten wir uns am Nachmittag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg zum Perlan. Auch das war wieder ein guter Beweis dafür, dass man in Reykjavik nicht zwingend einen Mietwagen braucht. Der Bus funktionierte unkompliziert, und gerade für einzelne Ziele innerhalb der Stadt ist das eine entspannte Lösung.
Schon von außen wirkt das Perlan markant. Auf dem Hügel gelegen, mit seiner auffälligen Kuppel, ist es eines dieser Gebäude, die sofort ins Auge fallen. Und gleichzeitig gehört es zu den Orten, an denen Reykjavik noch einmal etwas ganz anderes zeigt: nicht nur Stadt, sondern auch Naturvermittlung, Panorama und Erlebnis an einem Ort.
🌋 Vulkan-Show und Naturausstellungen – Island kompakt erklärt
Im Inneren beginnt das Perlan mit einer Vulkan-Show und verschiedenen Ausstellungen rund um die Natur Islands. Es geht um Vulkane, Gletscher, Eis, Landschaften und die Tierwelt des Landes. Vieles ist visuell gut gemacht, verständlich aufbereitet und gerade für Familien angenehm zugänglich.
Die Ausstellungen selbst fanden wir nicht riesig, eher überschaubar. Aber genau das machte den Besuch auch angenehm. Es war kein Ort, an dem man nach kurzer Zeit erschlagen wird, sondern eher einer, der Island kompakt und anschaulich erklärt. Gerade nach mehreren Tagen voller echter Naturerlebnisse war das ein schöner Weg, vieles noch einmal einzuordnen.
🧊 Die Eishöhle im Perlan – touristisch, aber richtig gut gemacht
Ein echtes Highlight im Perlan war für uns die künstliche Eishöhle. Natürlich ist das nicht dasselbe wie eine echte Eishöhle draußen in der Natur – aber als Erlebnis in Reykjavik war das wirklich gut gemacht. Drinnen herrschen minus 15 Grad, und man läuft durch einen Eistunnel mit echten Eiswänden und einer Atmosphäre, die überraschend überzeugend wirkt.
Gerade für Kinder ist das natürlich stark, aber auch für Erwachsene funktioniert es gut. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie Eis von innen wirkt, ohne dass es künstlich oder billig inszeniert erscheint. Für uns war das einer der stärkeren Teile des Perlan-Besuchs.
🔭 Das Panorama-Deck – Reykjavik noch einmal von oben
Ganz oben bietet das Perlan auch ein Panorama-Deck mit schönem Blick über Reykjavik und die Umgebung. Natürlich hatten wir bereits den Blick von der Hallgrímskirkja erlebt, aber auch hier oben lohnt sich die Aussicht. Gerade weil das Perlan etwas anders liegt, bekommt man noch einmal eine neue Perspektive auf die Stadt, das Meer und die umliegende Landschaft.
Es war keiner dieser Orte, an denen man stundenlang bleibt, aber genau ein schöner Zwischenmoment, der diesen Nachmittag rund gemacht hat.
🌌 Nordlichter-Show im Perlan – stimmungsvoll und eine gute Ergänzung
Zum Abschluss des Besuchs gab es noch die Nordlichter-Show. Nach allem, was wir in den Tagen zuvor erlebt hatten, war das eine schöne Ergänzung. Nicht, weil sie echte Nordlichter ersetzen könnte, sondern weil sie die Faszination dieses Naturphänomens noch einmal auf andere Weise spürbar macht.
Überhaupt war das Perlan für uns deutlich stimmiger als der Volcano Express in der Harpa. Wenn man für einen wetterunabhängigen Reykjavik-Nachmittag ein Erlebnis sucht, das Wissen, Aussicht und Familienfreundlichkeit kombiniert, dann würden wir jederzeit eher hierher gehen.
💡 Tipp:
Wenn ihr euch zwischen Perlan und Volcano Express entscheiden müsst, würden wir ganz klar das Perlan wählen.
🌭 Noch einmal Hot Dogs – unser liebster Reykjavik-Klassiker
Nach dem Perlan fuhren wir mit dem Bus zurück in die Stadt und machten genau das, was für uns inzwischen fast schon dazugehört hatte: Wir holten uns noch einmal Hot Dogs bei Bæjarins Beztu Pylsur. Es war irgendwie der perfekte Snack für diesen letzten Reykjavik-Tag. Einfach, unkompliziert, lecker – und inzwischen schon fast so etwas wie ein kleines Ritual.
Gerade auf Reisen sind es oft genau diese wiederkehrenden Kleinigkeiten, die sich besonders einprägen. Und dieser Hot-Dog-Stand gehörte für uns ganz klar dazu.
✨ Die Nordlichtertour – ein magischer Abschluss
Am Abend stand dann das eigentliche Highlight des Tages auf dem Programm: unsere Nordlichtertour. Wir hatten bewusst eine kleinere Premium-Bustour gebucht, weil wir nicht mit einem riesigen Reisebus unterwegs sein wollten. Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung. Die Gruppe war angenehm klein, die Stimmung ruhig, und insgesamt fühlte sich alles deutlich entspannter an als bei einer großen Standardtour.
Natürlich gehört bei Nordlichtern immer auch Glück dazu. Dunkelheit allein reicht nicht, man braucht klaren Himmel, die richtigen Bedingungen und vor allem Geduld. Umso schöner war es, dass wir an diesem Abend tatsächlich gute Sicht hatten. Draußen war es bitterkalt, und spätestens dort merkte man wieder, wie wichtig warme, vor allem aber winddichte Kleidung in Island ist. Gute Schuhe, mehrere Schichten, Handschuhe und Mütze sind bei so einer Tour keine Nebensache – sie entscheiden ganz wesentlich darüber, wie sehr man diesen Moment genießen kann.
Und dann war er plötzlich da: dieser Himmel, der sich verändert. Was dabei spannend war: Mit dem bloßen Auge wirken Nordlichter oft viel dezenter, als man es von Fotos kennt. Das Licht erscheint häufig eher weißlich, gräulich oder nur ganz leicht grün. Erst durch die Kamera wird dieses intensive Grün richtig sichtbar. Genau deshalb schaut man bei einer Nordlichtertour oft abwechselnd in den Himmel und aufs Display – und merkt dabei erst, wie viel Farbe tatsächlich über einem liegt.
Gerade das hatte aber auch etwas Besonderes. Denn die Nordlichter wirken in echt oft nicht wie ein grelles Spektakel, sondern eher still, weich und fast zurückhaltend. Kein künstliches Leuchten, sondern eher ein bewegtes Schimmern am Himmel. Und genau das macht diesen Moment so eindrucksvoll. Es entsteht automatisch Ruhe. Niemand redet viel. Alle schauen einfach nur nach oben.
Wer die Nordlichter fotografieren möchte, sollte die Kamera möglichst ruhig halten oder – noch besser – ein kleines Stativ dabeihaben. Bei einer normalen Kamera helfen eine längere Belichtungszeit, ein hoher ISO-Wert und möglichst offenes Objektiv. Beim Handy lohnt sich der Nachtmodus oder ein spezieller Langzeitmodus. Wichtig ist vor allem, das Gerät stabil zu halten und, wenn möglich, die Belichtung etwas zu reduzieren, damit die Lichter nicht ausfressen. Wer sein Handy vorher schon einmal im Nachtmodus ausprobiert hat, ist klar im Vorteil – denn draußen in Kälte und Dunkelheit will man nicht erst lange herumprobieren.
Dazu gab es am Ende noch heiße Schokolade, was nach so viel Kälte fast genauso gut tat wie der Blick in den Himmel. Erst gegen Mitternacht waren wir wieder zurück in der Wohnung. Müde, durchgefroren – und gleichzeitig mit genau dem Gefühl, das man sich für den letzten Abend in Island wünscht.
💡 Tipp:
Nordlichter sehen auf Fotos oft kräftiger aus als in Wirklichkeit. Lasst euch davon nicht irritieren. Auch wenn sie mit bloßem Auge manchmal zurückhaltender wirken, ist der Moment selbst draußen unter dem Himmel oft noch viel eindrucksvoller als jedes Bild.
✈️ Die Heimreise am nächsten Tag – und noch ein letzter Tipp
Am nächsten Morgen stand dann nur noch die Rückreise an: ausschlafen, Koffer packen, zusammenräumen, zum Flughafen fahren. Viel Programm gab es da nicht mehr. Aber auch dieser letzte Teil der Reise hat noch einmal bestätigt, wie angenehm gutes Fliegen mit Kindern sein kann.
Gerade auf dem Rückweg war die Lounge am Flughafen noch einmal ein echter Pluspunkt. Viel Platz, wenig los, alles deutlich entspannter als im normalen Wartebereich. Wenn es irgendwie möglich ist, sind Business Class, Upgrades oder geschickt eingesetzte Meilen für Familienreisen wirklich ein echter Komfortgewinn.
🏁 Fazit des siebten Tages
Tag 7 war der perfekte Abschluss dieser Reise. Das Perlan war ein stimmiger, abwechslungsreicher Reykjavik-Nachmittag und deutlich lohnender als manche andere Indoor-Attraktion. Und die Nordlichter am Abend waren genau dieser besondere Moment, den man sich von Island erhofft, aber nie garantieren kann. Schöner hätte diese Woche kaum enden können.
✨ Unser Fazit zu Island mit Kindern
Island war für uns eine unglaublich beeindruckende Reise. Die Landschaften sind besonders, die Naturgewalten faszinierend und die Mischung aus Reykjavik, Golden Circle, Südküste und Nordlichtern hat uns viele starke Momente geschenkt. Gerade als erste Begegnung mit Island war diese Woche intensiv, spannend und voller Eindrücke.
Trotzdem lautet unser ganz persönliches Fazit nach dieser Reise: Wir würden Island eher im Sommer empfehlen als im Winter.
Was uns im Winter am meisten beschäftigt hat, war der extreme Wind. Die Kälte allein wäre gar nicht das Problem gewesen, aber dieser eisige, permanente Wind macht viele Orte deutlich anstrengender, als man es vorher erwartet. Dazu kommt, dass die Landschaft im Winter natürlich oft karger wirkt – viel Schnee, Eis, graue Töne und weniger von dem, was Island landschaftlich im Sommer so besonders abwechslungsreich macht.
Gleichzeitig hatte der Winter natürlich auch einen ganz klaren Vorteil: Es war überall angenehm entspannt. Wir mussten kaum irgendwo warten, standen praktisch nie lange an, und auch Museen, Sehenswürdigkeiten und Touren waren insgesamt sehr ruhig. Genau das macht eine Winterreise mit Kindern natürlich angenehm. Im Sommer dürfte das an vielen Orten deutlich voller und trubeliger sein.
✅ Reykjavik als Basis mit Tagesausflügen hat für unsere erste Island-Reise sehr gut funktioniert
✅ Golden Circle, Südküste und Nordlichter waren starke Erlebnisse
✅ Im Winter war alles angenehm entspannt – kaum Schlangen, kaum Wartezeiten, sehr ruhige Touren
✅ Der eisige Wind war für uns deutlich prägender als die eigentliche Kälte
✅ Im Sommer würden wir Island sofort wieder machen – dann aber eher mit Mietwagen und mehr Naturfokus
✅ Für eine Winterreise würden wir persönlich Tromsø bevorzugen
✅ Dort fanden wir die Mischung aus Winteraktivitäten, Atmosphäre und Naturerlebnis noch stimmiger
✅ Hundeschlittenfahrt, Rentierschlittenfahrt und Nordlichter haben uns in Tromsø im Winter insgesamt noch besser gefallen
✅ ➡️ Unseren Tromsø-Reisebericht findet ihr hier
Gerade im Sommer können wir uns Island sogar noch stärker vorstellen. Dann hat man deutlich mehr Möglichkeiten, selbst mit dem Mietwagen unterwegs zu sein und viel mehr von der Insel zu sehen. Ein SUV ist dabei aus unserer Sicht sinnvoll, weil je nach Strecke und Tour die Straßenverhältnisse anspruchsvoll sein können. Genau diese Freiheit, selbst durch die Landschaft zu fahren und mehr von der Natur mitzunehmen, würden wir beim nächsten Mal unbedingt auskosten wollen.
Deshalb wäre unser ganz klares persönliches Reise-Fazit:
Winter eher Tromsø – Sommer eher Island.
Island hat uns beeindruckt. Aber wir sind gleichzeitig ziemlich sicher, dass dieses Land seine größte Stärke für uns im Sommer ausspielen würde.
🧭 Was wir nach 7 Tagen Island mit Kindern wirklich verstanden haben
Island lebt nicht von klassischen Sehenswürdigkeiten, sondern von Gefühlen. Von Wind im Gesicht, von Weite, von Stille und von diesem ständigen Staunen darüber, wie groß und ursprünglich Natur wirken kann.
Was diese Reise für uns besonders gemacht hat, waren nicht nur Geysire, Wasserfälle oder Nordlichter. Es waren vor allem die Momente dazwischen: das gemeinsame Schauen, das Schweigen, das Durchatmen nach einem kalten Tag und dieses Gefühl, als Familie in einer Landschaft unterwegs zu sein, die größer ist als alles andere.
Und genau das haben wir in Island verstanden:
Man erlebt dieses Land nicht über Tempo, sondern über Intensität.
❓ FAQ – Häufige Fragen zu Island
Island ist kein Reiseziel wie jedes andere – und genau deshalb hatten wir vorab einige Fragen. Wie plant man die Reise sinnvoll? Reicht Reykjavik als Basis? Braucht man im Winter einen Mietwagen? Und wie gut funktioniert Island eigentlich mit Kindern? Hier kommen unsere ehrlichen Antworten aus einer intensiven Woche in Reykjavik mit Tagesausflügen zum Golden Circle, an die Südküste und zu den Nordlichtern.
🌋 Ist Island mit Kindern überhaupt eine gute Idee?
Ja – aus unserer Sicht sogar eine sehr gute.
Island ist kein klassisches Familienziel mit Freizeitparks, Sonne und unkompliziertem Alltag. Gerade deshalb fanden wir die Reise als Familie so besonders. Geysire, Wasserfälle, schwarze Strände, Eishöhlen und Nordlichter sind Dinge, die Kinder oft sofort faszinieren. Wichtig ist nur, die Reise nicht zu voll zu packen und genug Pausen einzuplanen.
🗓 Reicht eine Woche für Island mit Kindern?
Ja, für eine erste Reise absolut.
Eine Woche reicht sehr gut, wenn ihr euch auf Reykjavik als Basis konzentriert und von dort aus die wichtigsten Tagesausflüge macht. Für uns war das genau die richtige Mischung aus Stadt, Natur und Erholung, ohne ständig die Unterkunft wechseln zu müssen.
🏙 Ist Reykjavik als fester Standort sinnvoll?
Ja – und für Familien sogar überraschend gut.
Reykjavik ist überschaubar, ruhig und angenehm als Ausgangsbasis. Gleichzeitig starten von dort viele Touren zu den wichtigsten Highlights wie Golden Circle, Südküste oder Nordlichter. Gerade im Winter fanden wir dieses Modell deutlich entspannter als eine Rundreise mit ständigem Kofferpacken.
🚍 Braucht man in Island einen Mietwagen?
Nicht unbedingt. Für Reykjavik selbst braucht man kein Auto, und im Winter würden wir für viele Ausflüge sogar eher geführte Touren empfehlen. Die Straßenverhältnisse können anspruchsvoll sein, und mit Bustouren ist vieles deutlich entspannter. Für unsere erste Island-Reise war das genau die richtige Entscheidung.
❄️ Wann ist die beste Reisezeit für Island mit Kindern?
Das hängt ganz davon ab, was ihr erleben möchtet.
Der Winter ist ideal für Nordlichter, Schnee, Eishöhlen und diese besondere isländische Stimmung. Der Sommer eignet sich besser für Roadtrips, Walbeobachtungen, längere Tage und mehr Flexibilität. Für unsere Reise mit Reykjavik und Tagesausflügen war der Winter eine sehr gute Wahl.
🌌 Kann man in Island mit Kindern wirklich Nordlichter sehen?
Ja – aber man braucht Glück, Geduld und die richtigen Bedingungen.
Nordlichter sieht man nur bei Dunkelheit und klarem Himmel, also vor allem zwischen September und März. Wichtig ist vor allem sehr warme und winddichte Kleidung. Für Familien würden wir eher kleinere Premium-Touren empfehlen, weil sie deutlich ruhiger und angenehmer sind als große Busse.
📷 Wie fotografiert man Nordlichter am besten?
Mit Ruhe – und möglichst ohne erst vor Ort lange herumzuprobieren.
Mit bloßem Auge wirken Nordlichter oft viel zarter, als man es von Fotos kennt. Erst durch die Kamera wird das kräftige Grün richtig sichtbar. Bei normalen Kameras helfen längere Belichtungszeit, hoher ISO-Wert und ein stabiles Stativ. Beim Handy lohnt sich der Nachtmodus oder ein Langzeitmodus. Wichtig ist vor allem, das Gerät möglichst ruhig zu halten.
💸 Wie teuer ist Island mit Kindern?
Island ist teuer – das merkt man schnell.
Vor allem Essen, Eintritte und Ausflüge liegen deutlich über dem, was man aus vielen anderen Ländern kennt. Gerade Restaurants sind für Familien kostspielig. Eine Wohnung oder ein Apartment mit Küche hilft enorm, um die Kosten im Griff zu behalten.
🏡 Wohnung oder Hotel – was ist in Island mit Kindern besser?
Für uns ganz klar: eine Wohnung oder ein Apartment.
Gerade in Reykjavik war das für uns ein riesiger Vorteil. Frühstück in Ruhe, abends etwas aus dem Supermarkt, zwischendurch mal eine Pause – das macht mit Kindern einen großen Unterschied. Und bei den Preisen in Island spart man damit gleichzeitig spürbar Geld.
🧥 Was sollte man für Island im Winter unbedingt einpacken?
Der wichtigste Punkt ist winddichte Kleidung. Nicht windabweisend, sondern wirklich winddicht. Dazu kommen warme Schuhe, mehrere Schichten, Handschuhe, Mütze und gute Socken. Gerade bei Ausflügen wie Gullfoss, Reynisfjara oder Nordlichtertouren macht die richtige Kleidung einen riesigen Unterschied.
🎟 Welche Ausflüge lohnen sich bei der ersten Island-Reise besonders?
Für uns waren vor allem der Golden Circle, die Südküste mit schwarzem Strand und Wasserfällen und die Nordlichtertour die stärksten Erlebnisse. Auch das Perlan in Reykjavik ist mit Kindern sehr empfehlenswert. Wenn man zum ersten Mal in Island ist, hat man mit diesen Ausflügen schon einen sehr starken Eindruck vom Land.
🧭 Sollte man lieber Reykjavik oder gleich eine Rundreise machen?
Für die erste Reise mit Kindern fanden wir Reykjavik als Basis deutlich entspannter. Eine Rundreise ist natürlich auch reizvoll, vor allem im Sommer. Aber gerade im Winter war es für uns sehr angenehm, abends immer an denselben Ort zurückzukehren. Dadurch wurde die Reise ruhiger und familienfreundlicher, ohne dass wir auf die großen Highlights verzichten mussten.
💳 Braucht man in Island Bargeld?
Nein, praktisch gar nicht. Kartenzahlung funktioniert in Island fast überall – selbst in kleinen Cafés oder an einfachen Ständen. Bargeld hatten wir eigentlich nie gebraucht. Wichtig ist nur, eine Kreditkarte ohne unnötige Auslandseinsatzgebühren dabeizuhaben.
🚰 Kann man in Island Leitungswasser trinken?
Ja, problemlos. Das Leitungswasser in Island ist sehr gut und kann bedenkenlos getrunken werden. Das ist gerade auf Reisen mit Kindern angenehm, weil man nicht ständig Wasser kaufen muss. Nur der Schwefelgeruch bei warmem Wasser kann anfangs etwas ungewohnt sein.
🍽 Muss man Restaurants in Reykjavik im Voraus reservieren?
Nicht immer, aber bei beliebten Restaurants oder am Abend kann es sinnvoll sein. Gerade mit Kindern fanden wir allerdings die flexiblere Lösung oft angenehmer: Wohnung, Supermarkt und zwischendurch gezielt einzelne Restaurants oder Food Halls. So bleibt man entspannter und muss den Tag nicht komplett um Reservierungen herum planen.
👣 Ist Island mit Kindern anstrengend?
Ja – aber auf eine gute Art. Man ist viel draußen, läuft oft mehr als gedacht und das Wetter verlangt zusätzlich Energie. Gerade Wind und Kälte machen einen Tag schneller anstrengend. Mit guten Pausen, realistischer Planung und der richtigen Kleidung ist Island aber sehr gut machbar – auch mit Kindern.
👉 Unsere Empfehlungen für Island / Reykjavik
Island hat uns auf eine ganz eigene Weise beeindruckt: rau, ruhig, gewaltig und gleichzeitig erstaunlich gut planbar. Gerade mit Reykjavik als Basis hat die Reise für uns hervorragend funktioniert. Diese Unterkünfte, Touren und Planungstipps würden wir für eine erste Island-Reise mit Kindern jederzeit wieder so wählen.
🏡 Hotels & Unterkünfte in Reykjavik
- Unsere Wohnung in Reykjavik – perfekte Basis für eine Woche mit Kindern, viel entspannter als ein Hotel, ideal für Frühstück, Pausen und ruhige Abende: Booking-Link einfügen
- Unterkunft in Hafennähe / Zentrum – aus unserer Sicht die beste Lage in Reykjavik, weil man schnell bei Harpa, Hot-Dog-Stand, Innenstadt und den Tour-Abfahrten ist: Hotels in Reykjavik ansehen
🎟 Tickets & Attraktionen
- Perlan Reykjavik – für uns deutlich lohnender als der Volcano Express, mit Eishöhle, Vulkan-Show, Naturausstellungen und Aussicht: Tickets ansehen
- Hallgrímskirkja Aussichtsturm – einer der schönsten Blicke über Reykjavik, unkompliziert und absolut empfehlenswert: Infos & Öffnungszeiten
- Whales of Iceland – vor allem für Kinder und Wal-Fans ein schöner Stopp in Reykjavik: Details ansehen
- Saga Museum – gute Ergänzung für alle, die Islands Geschichte greifbarer erleben wollen: Infos ansehen
🌋 Touren & Erlebnisse
- Golden Circle Tour – für uns einer der wichtigsten Ausflüge überhaupt, mit Gullfoss, Strokkur, Kerið und Þingvellir: Tour ansehen
- Südküsten-Tour mit Eishöhle – schwarzer Strand, Wasserfälle und Eishöhle an einem Tag, landschaftlich eines der stärksten Erlebnisse der Reise: Tour ansehen
- Nordlichter-Tour in kleiner Gruppe – unser emotionaler Reiseabschluss; wenn möglich würden wir immer wieder eine kleinere Premium-Tour wählen: Tour ansehen
- Reykjavik City / Food / Museums flexibel planen – in der Stadt selbst lieber Luft lassen und nicht zu viel fest buchen; Reykjavik funktioniert gut spontan zwischen den großen Ausflügen
📱 eSIM, Transport & Planung
- eSIM für Island – gerade für Navigation, Wetter, Tour-Kommunikation und spontane Planung unterwegs sehr hilfreich: eSIM Guide
- Kreditkarte für Reisen – in Island wird fast alles mit Karte bezahlt, Bargeld braucht man praktisch nicht: Kreditkarten-Guide
- Meilen & Business Class Tipps – gerade bei langen Verspätungen und Reisen mit Kindern ein echter Komfortgewinn: Meilen-Guide
- Reiseversicherung für Familien – nach unserem turbulenten Start würden wir das nie wieder ohne eigene Absicherung machen: Versicherungs-Guide
✨ Unsere persönlichen Island-Momente
- Nordlichter in der Dunkelheit – still, zart und viel besonderer, als jedes Foto es zeigen kann
- Gullfoss im Winterwind – kalt, laut und genau deshalb so eindrucksvoll
- Reynisfjara – schwarzer Strand, riesige Wellen und eine der stärksten Landschaften der ganzen Reise
- Der Blick von der Hallgrímskirkja – Reykjavik von oben war für uns der schönste Stadtmoment
- Hot Dogs bei Bæjarins Beztu Pylsur – einfach, unkompliziert und unser liebster Reykjavik-Klassiker
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Tromsø – die „Hauptstadt der Arktis“ – ist der perfekte Ort für ein unvergessliches Winterabenteuer. Eine Woche lang haben wir diese faszinierende Stadt erkundet, spektakuläre Landschaften erlebt und aufregende Aktivitäten unternommen. Von einer rasanten Hundeschlittenfahrt durch die verschneite Wildnis bis

Venedig mit Kindern in 5 Tagen: Reisebericht, Highlights & Tipps (inkl. Inseln)
🛶 Venedig mit Kindern zu erleben war für uns vor dieser Reise eine Mischung aus Neugier und Skepsis. Zu voll, zu romantisch, zu touristisch – funktioniert eine Stadt ohne Autos, mit Brücken statt Straßen und Booten statt Bussen wirklich entspannt

Kyoto mit Kindern – 5 Tage voller Tempel, Bambuswald & Samurai-Abenteuer
🏯 Kyoto mit Kindern – zwischen Torii-Toren und Zen-Gärten Kyoto mit Kindern – allein der Gedanke daran fühlte sich vor unserer Reise ganz anders an als Tokio. Weniger Neon. Weniger Geschwindigkeit. Mehr Geschichte. Mehr Tempel. Mehr Tradition. Aber funktioniert Kyoto

Tokio mit Kindern – Reisebericht, Highlights & Tipps für Familien
🗼 Tokio mit Kindern – zwischen Neonlichtern und Tempelglocken. Tokio mit Kindern – allein der Gedanke daran war für uns vor dieser Reise eine Mischung aus Faszination und leiser Skepsis. Zu groß. Zu laut. Zu schnell. Kann eine der größten

London – Ein Städtetrip voller Geschichte, königlicher Momente und beeindruckender Architektur
„Wenn ein Mensch London satt hat, hat er das Leben satt.“ – Samuel Johnson Und genau das können wir nach diesen vier Tagen voller Abenteuer und Entdeckungen bestätigen. London ist nicht einfach nur eine Stadt – London ist eine Welt



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